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Das Blaue Haus

Breisach

Das Blaue Haus in Breisach, ehemaliges jüdisches Gemeindehaus und heute Dokumentationszentrum, lebt durch seinen Förderverein. Die Entscheidung seiner engagierten Mitglieder, mit dem Kauf im Jahr 2000 in eine Immobilie zu investieren, deren Wert vor allem in ihrer Geschichte besteht, legte den Grundstein für die heutige Bedeutung des Zentrums.

Es ist schön zu sehen, wie Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln etwas in die Belebung des Gebäudes hineingesteckt haben. Gelder kamen von der Stadt Breisach, dem Landkreis, dem Landesdenkmalamt, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Denkmalstiftung Baden-Württemberg, sowie weiteren privaten und institutionellen Förderern. Praktische und ideelle Unterstützung leisteten nicht nur engagierte Baufirmen und Handwerksbetriebe, sondern auch freiwillige Helfer der Stadt, die dem Ruf der „5 Stunden“ gefolgt waren, sowie viele Jugendliche im Rahmen der Aktion Sühnezeichen 2002.

Das Erscheinungsbild des Blauen Hauses wird nun endlich wieder seiner geschichtlichen Bedeutung gerecht: erstmals erwähnt im ausgehenden 17. Jahrhundert, war es seit Beginn des 19. Jahrhunderts in jüdischem Gemeindebesitz und diente lange Zeit als Schulhaus, zwischenzeitlich als Armenspital und schließlich als Wohnung und Gemeindehaus mit Gebetssaal, bis die jüdische Gemeinde 1940 endgültig ausgelöscht wurde.

In den Jahren und Jahrzehnten nach dem Krieg war es vieles – nur kein angemessenes Zeugnis des ehemaligen jüdischen Lebens in Breisach. Aufgrund des unermüdlichen Einsatzes aller Beteiligten vermittelt das Haus heute das Gefühl, wirklich aus dem Ort heraus entstanden, und nicht nur in der Vergangenheit wichtiger Bestandteil der Breisacher Geschichte gewesen zu sein.

So ist denn das Haus auch keine reine Gedenkstätte. Zwar erzählt es in seinen Ausstellungsräumen von dieser einmal dagewesenen Geschichte, will aber auch ein Dokumentationszentrum sein, das sich mit seiner Bibliothek und seinem Archiv der Erforschung des jüdischen Lebens am Oberrhein widmet.

Wo es möglich war, hat man ursprüngliche Einrichtungsgegenstände erhalten und sich vor allem bemüht, die Originalstruktur des Hauses zu bewahren, das immer als Einheit funktioniert hat. Als solches besteht es in der Breisacher Altstadt unterhalb des Münsterberges fort und hat sich dank seiner markanten Fassade längst einen Namen gemacht: das „Blaue Haus“, ein Ort der Erinnerung und der Mahnung, aber auch selbstverständlicher Bestandteil des Ortsbildes.

Mehr Infos: www.juedisches-leben-in-breisach.de